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Keime und Fremdorganismen im Trinkwasser

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel, aber zugleich auch genauso empfindlich gegen Verunreinigungen wie andere Lebensmittel. Unser Trinkwasser in Deutschland ist gut, da die Wasserversorger bereits eine Fülle an Hygiene-Maßnahmen verbeugend gegen die Verbreitung und Vermehrung von Mikroorganismen unternehmen, um die Qualität unseres Wassers so optimal wie möglich zu halten. Innerhalb der Hausinstallation sind die Nutzer auf die kompetente und durchdachte Planung von Architekten und Planern, die fachmännische, hygienische Verarbeitung, Installation und Montage durch das Sanitärhandwerk, aber auch auf intelligente und hygienisch einwandfrei funktionierende und angelieferte Produkte der Industrie angewiesen. Aber auch jeder einzelne Betreiber und Besitzer ist laut Trinkwasserverordnung in der Verantwortung, durch entsprechende prophylaktische Maßnahmen eine so hygienische wie mögliche Trinkwasserentnahme zu gewährleisten und im Falle eines Keimbefalls entsprechende Maßnahmen zur Wiederherstellung der Trinkwasserhygiene durchführen zu lassen. Dazu notwendige Untersuchungen sind gemäß der TVO 2001 ausschließlich von Laboren, die eine Zulassung der jeweiligen Bundesländer besitzen, durchzuführen zu lassen, sofern aus diesen Systemen Wasser an die Öffentlichkeit abgegeben wird.

Mögliche Krankheitserreger im Trinkwasser

Coliforme Bakterien, zu denen auch Escherichia coli gehört, sind u.a. Bestandteil der normalen Darmflora von Mensch und Tier. Sie werden mit den Fäkalien ausgeschieden, und dienen daher – insbesondere E.coli - bei der routinemäßigen Wasseruntersuchung als Indikatororganismen für eine fäkale Verunreinigung des Trinkwassers. Coliforme Bakterien können darüber hinaus auch aus anderen unspezifischen nicht-fäkalen Quellen eingetragen werden. Bestimmte E.coli-Bakterien (z.B. EHEC-Bakterien), die ins Trinkwasser geraten, können schwerste Infektionen verursachen und sogar für Epidemien verantwortlich sein. Daher besitzt Trinkwasser bei Vorliegen einer derartigen Kontamination keine Trinkwasserqualität mehr.


Enterokokken sind ebenfalls normale Darmbewohner von Wirbeltieren und damit in Ausscheidungen von Menschen und Tieren nachweisbar. Im Wasser haben sie eine hohe Lebensfähigkeit und können beim Nachweis auf eine länger zurückliegende oder periodisch vorkommende Verunreinigung des Wassers hinweisen. Enterekokken sind u.a. auch für Wundinfektionen und Harnwegsinfektionen verantwortlich.


Salmonellen gehören zur Familie der Enterobacteriaceae. Sie sind in der Natur weit verbreitet. Beim Auftreten von Salmonellen in Oberflächen-, Grund- und Abwasser sowie in Klärschlämmen und Kompost bestehen hohe seuchenhygienische Risiken.


Clostridien kommen im Darm von Mensch und Tier sowie in Erde, Staub und Wasser vor. Clostridium perfringens ist der Erreger des Gasbrandes. Aufgrund der Fähigkeit der Sporenbildung überleben diese Keime länger im Wasser als andere Keime und können somit zugleich Hinweise auf länger zurückliegende Verunreinigungen des Wassers geben. Durch die Sporenbildung sind sie zugleich widerstandsfähiger gegen zahlreiche Desinfektionsverfahren. Der Nachweis von Clostridium perfringens erfolgt nach einer in der TrinkwV 2001 beschriebenen Methode.


Legionellen sind Wasserbakterien. Bei Temperaturen zwischen 25 °C und 47 °C vermehren sich diese stäbchenförmigen Erreger besonders stark. Sie gelangen durch Aspiration oder durch so genannte Aerosole beim Einatmen - z.B. beim Duschen - in den menschlichen Organismus und können zu schweren Lungeninfektionen (Legionärskrankheit) führen.


Pseudomonas aeruginosa: Das früher auch als „Nass- oder Pfützenkeim" bezeichnete Bakterium ist ein fakultativer Krankheitserreger, der vor allem bei immuneingeschränkten Personen zu zum Teil schweren Infektionen führen kann.


Ablagerungen und Biofilme bieten Mikroorganismen eine ideale Vermehrungsgrundlage. Ablagerungen aus Kalk und Rostpartikeln (Eisen) an den Rohrinnenwänden vergrößert die Oberfläche und bietet Mikroorganismen damit eine gute Möglichkeit zur Besiedlung. Insbesondere in Leitungen mit nur geringer Durchströmung wachsen diese Ablagerungen durch Sedimentation schneller. Stagnationen gelten als eine der Hauptursachen für mikrobiologische und chemische Kontaminationen des Trinkwassers. Die Vermeidung von Stagnationen und die Sicherung eines ständigen Austauschs des Wassers in der Trinkwasserinstallation ist vorrangiges Ziel aller Hygienemaßnahmen. Natürlich kann man von außen das sogenannte Zuwachsen der Leitungen nicht erkennen. Sichtbare Korrosionen und Ablagerungen an Rohrkomponenten, Dichtungsverbindungen und Entnahmestellen wie Duschköpfen oder Brausereglern sind ein deutlicher Warnhinweis, der ernst genommen werden sollten. Auf jeden Fall sollten derartig veränderte Komponenten unbedingt ausgetauscht werden. Die Beprobung der Installationsleitungen und Entnahmestellen ist zugleich anzuraten.